Treffend gesagt

Ausgewähltes zum Lesen

Evangelische Pfarrgemeinde
Tschöran / Ossiacher See

Sterne
 
Zu wenig Zeit genommen
für die Betrachtung der Sterne
Ich rede icht von Teleskopen
Ich spreche von einer Dachluke
in einer ganz gewöhnlichen
wolkenlosen Nacht
vom Heimweg zu später Stunde
nur flüchtig aufschauend
den Schlüssel schon im Schloss
Nicht was ich nicht weiß
reut mich
mich reut der nachlässige Gebrauch
meiner Augen
   

Rainer Malkowski

 

Der Neinengel
 
Das muss ein starker Engel sein,
der uns den Mut macht für ein Nein.
 
Ein Kämpferengel, der gerade steht,
der sicher auf beiden Füßen steht.
Ein trotziger Engel hell wie der Tag.
Einer, der offene Worte mag.
 
Das muss ein starker Engel sein,
der uns den Mut macht für ein Nein.
 
Ein Nein, das heißt ja etwas wagen.
Das nicht zu tun, was alle sagen,
ist schwer, viel schwerer als zu nicken,
sich einzufügen und zu schicken.
 
Das muss ein starker Engel sein,
der uns den Mut macht für ein Nein.


Jutta Richter

 

 

Lied zur Nacht

Nun geht der Tag zu Ende,
Schon schweigen die vier Wände,
Zum Schatten wird der Baum.
Lass in die Nacht uns münden
Und Herz zum Herzen finden.
Auf blassen Seglen schwimmt ein Traum.

Nun spür ich deine Nähe.
Dass dir kein Arg geschehe,
So schlicht sei mein Gebet.
Die schwarzen Nachtgedanken,
Sie welkten schon, versanken,
Von deinen Händen fortgeweht.

Mascha Kaléko

 

 

Die Nacht wird nicht ewig dauern.
Es wird nicht finster bleiben.
Die Tage, von den wir sagen,
sie gefallen uns nicht,
werden nicht die letzten Tage sein.
Wir schauen durch sie hindurch
vorwärts auf ein Licht,
zu dem wir jetzt schon gehören
und das uns nicht loslassen wird.

Helmut Gollwitzer

 

 

Zeitzeichen: Lasset uns beten...

hart, aber beeindruckend, dieses Gebet von Jagen Rether

Mit zwölf ist man in Asien zu alt zum Teppichknüpfen für IKEA,
weil die Hände zu groß sind.
Man darf aber erst mit vierzehn bei NIKE anfangen.
Da entsteht eine Versorgungslücke von zwei Jahren,
die meistens mit Prostitution gestopft wird.

O Herr, wir haben keine Ahnung von Sklavenhandel mit Kindern,
Zerstörung ganzer Volkswirtschaften durch Börsenspekulationen
und Umweltkatastrophen durch Ressourcenausbeutung.

Herr, die meisten von uns sind froh, wenn sie sich ihr Autokennzeichen merken können.
Kein Schwanz kennt (aus dem Stehgreif) den Zusammenhang zwischen Aktienkursen und Leitzinsen.
Wir kennen ja nicht einmal unsere Blutgruppe.

Herr, wir sind so hohl, wie wir voll sind.

Die anderen hoffen auf Frieden,
und wir hoffen, dass man uns im Urlaub nicht entführt.
Die haben Angst, dass ihre Kinder verhungern,
und wir haben Angst, dass unser Deo versagt und dass man uns beim Telefonieren im Auto erwischt.

O Herr, wir kaufen ihre Frauen und behaupten, sie würden uns unsere Arbeitsplätze wegnehmen.

Lassen Sie uns eng zusammenstehen und greifen Sie die Hand Ihrer Nächsten.

Herr, mach hoch die Tür, die Tor mach zu und die Mauern dick,
denn es kommt ein Heer von kleinwüchsigen, wütenden Analphabeten und Hungerleidern über uns.
Die Tutsie und Hutu werden sich gemeinsam gegen uns verschwören,
die nicaraguanischen Kaffebauern, die Schafhirten aus Kaschmir
und die kampferprobten Kindersoldaten aus Sierra Leone.
Sie alle werden kommen,
über unsere Sicherheitszäune krabbeln und uns hinwegfegen wie El Nino.
Sie werden uns mit Basmatireis bewerfen und mit Naturreis und mit Parfumreis und mit Milchreis und mit Langkornreis und mit Wildreis und mit Uncle Ben's Beutelreis und mit Puffreis.
Sie werden in unseren Hobbykellern Darts spielen
und in unseren Swingerclubs swingen,
von unseren Tellerchen essen und mit unseren blonden Töchtern in unseren Ikeabetten schlafen.
Sie werden auf unseren Teakholzmöbeln gammeln, Cohibas rauchen, Darjeeling schlürfen und Millionenshow schauen.
Wahrlich, ich sage euch, sie werden mit unseren Geländewagen im Stau stehen
und über die Ökosteuer fluchen.

Herr, wie kriegen wir in ihren Dritteweltschädel rein, dass du ein Aufsichtsratsvorsitzender bist.

Machen wir es uns gemütlich vor dem Herrn, lasset uns beten:

Vater unser, der du bist im Himmel, gereinigt werde dein Name. Wir sind steinreich, komm ey, unser Wille geschehe wie in Chile so auch in Schweden. Deren täglich Brot gib uns heute und vergib du ihnen doch ihre Schulden, wie auch wir vergeben unsere Kredite. Und fürhe keine Untersuchung, sondern gib die Erlöse von den Börsen. Denn wir sind reich, ham die Kraft und die Herrlichkeit und sie bleiben immer die in Ewigkeit Armen.

Jagen Rether,
Schriftsteller und Kabarettist

 

 

Gott ist unten

Wenn du wissen willst, wie Gott kommt, dann darfst du nicht nach oben schauen, dann musst du nach unten schauen. Wenn du es wirklich wissen willst, dann musst du dort hinschauen, wo verachtete Winkel sind, wo marginalisiert wird, so ausgestoßen wird, zu den schlimmsten untersten Ecken, da unten ist Gott. Getreten, machtlos, liebend kommt er von ganz da unten her.

Helmut Gottwitzer

 

 

Armut

Armee
kämpft
mit allen Armen
und Beinen
gegen die
arme Seele.
Armselig.
Selig die Armen.
Selig in den
Armen
des Herrn.

Karin E. Leiter

 

 

 

spüren statt spuren
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner zur Konfirmation in Tschöran am 18. Mai 2008
 
Ehrlicher Erntedank
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner zum Ökumenischen Erntedank-Gottesdienst in Bodensdorf am 4. September 2005
 
An alle Schafe!
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am Sonntag des Guten Hirten, 10. April 2005 in Tschöran 
 
Das Kreuz auf Parten- und anderen Zetteln
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am Ewigkeitssonntag 2003 in Tschöran 
 
Wer kennt sich bei Gott aus?
Er selber offenbar nciht!
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner Heiligen Abend 2002 in Tschöran 
Lesen...
 
Nichts gegen Ziele,
solange man sich durch sie nicht
von interessanten Umwegen abhalten lässt!
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am 25. August 2002 in Tschöran
Lesen...
 
Aufforderung, gut zu sich selbst zu sein: "Liebt eure Feinde!"
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am 26. Oktober 2005 in Tiffen
Lesen...
 
Ewigkeit ist jetzt
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am 14. November 2004 in Tschöran
Lesen...
 
Wer will schon ewig leben?!
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am Ewigkeitssonntag 2004 in Tschöran
Lesen...
 
Der Mann Josef
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am Heiligen Abend 2001 in Tschöran
Lesen...
 
Meine Hände und die Auferstehung
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am Ostersonntag 2006 in Tschöran
Lesen...
 
Spirituelle Hörschäden sind heilbar
Predigt von Pfarrer Lukas Wagner am 23. April 2006 in Tschöran
Lesen...
 
   
 (C) Copyright 2001-2010 by Liemberger Computer http://www.LieCom.atSeitenaufrufe: 660